Die Ausstellung zeigt eine Bestandsaufnahme des «Kunstfunds Gurlitt». Der Fall wird zum Anlass genommen, die nationalsozialistische Kunstpolitik und das System des NS-Kunstraubs beispielhaft zu behandeln. Das Kunstmuseum Bern und die Bundeskunsthalle in Bonn haben dabei eng zusammengearbeitet.

In Bern wird das Kapitel «Entartete Kunst» dargestellt und in einem Zusammenhang erläutert, der auch die Geschehnisse in der Schweiz im Blick hat. Besonderes Augenmerk liegt auf den Schicksalen der von Feme und Verfolgung betroffenen Künstlerinnen und Künstler, sowie der Biographie von Hildebrand Gurlitt in all ihren Widersprüchen.

Soweit die Einleitung aus dem Ausstellungsführer. Für mich persönlich standen an der lernwerk-Matinée vom 27. Januar ebenfalls weniger die Bilder im Vordergrund, sondern vor allem die Geschichte, welche zu dieser Sammlung geführt hat und natürlich das Schicksal der Künstler und anderer verfolgter Personen jener Zeit. Beat Schüpbach und Etienne Wismer haben uns mit ihren Schilderungen den Handel mit Kunstwerken und die Situation vieler Künstler während der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland eindrücklich vor Augen geführt. Eine sehenswerte Ausstellung, welche ab Mitte März 2018 nach Bonn wechselt und abgelöst wird durch den anderen Teil der Doppelausstellung «Der NS-Kunstraub und die Folgen».

Beim anschliessenden Apéro in den Räumen der Kunstvermittlung blieb den zahlreichen Besucherinnen und Besucher der Matinée genügend Zeit, die persönlichen Eindrücke zu teilen und in die Gegenwart zurückzukehren.

Ines Muralt
ines.muralt@lernwerkbern.ch