27 Schulen und Kindergärten haben sich um den Gestaltungspreis von lernwerk bern beworben. Ein raffiniertes Theater- und Marionettenprojekt, leuchtende Adventsfenster, die Verwandlung einer alten Hochsprungmatte sowie Experimente mit dem Schneideplotter haben die Jury am meisten überzeugt.

Der Gestaltungspreis gibt alle zwei Jahre einen Überblick über das vielfältige Schaffen im Bildnerischen-, Textilen- und Technischen Gestalten in den Schulen und Kindergärten. Der Verein lernwerk bern honoriert die besten Eingaben jeweils mit einer Preissumme von insgesamt 2000 Franken. In diesem Jahr sind 27 Projekte eingegangen.

Zwei erste und zwei zweite Preise

Eine sechsköpfige Jury aus Fachpersonen und Laien hat die besten vier Eingaben ausgewählt. Wie innovativ ist das Projekt? Regt es die Eigeninitiative der Schülerinnen und Schüler an? Ist es technisch raffiniert umgesetzt und das Resultat präsentabel? Solche Fragen haben sich die Jurymitglieder gestellt und schliesslich die Sieger gekürt:

Auf den ersten Platz setzte sie zwei Projekte, die beide mit einem Preisgeld von 700 Franken ausgezeichnet werden. Die Schule Schwarzhäusern hat ein Theater- und Marionettenspielprojekt auf die Beine gestellt, an dem alle Kinder mitgewirkt haben. Marionetten und Kulissen wurden selber hergestellt und die Dialoge selber geschrieben. Im Verlauf der Geschichte wurden die kleinen Kinder gar selber zu Marionetten. Die Jury hat vor allem überzeugt, dass mit Bezug zu verschiedenen Fächern ein Gesamtkunstwerk mit Ausstrahlung auf die ganze Schule entstanden ist.

Ebenfalls mit 700 Franken werden die Adventsfenster der Oberstufe Länggasse in Thunausgezeichnet. Zum Thema „Eine Reise in den hohen Norden Europas“ haben zwölf Klassen die riesige Fensterfront in ein traumhaftes Gesamtbild verwandelt. Adventsfenster gestalten zwar viele Schulen, nach Ansicht der Jury gelang in Thun jedoch eine nahezu perfekte Umsetzung und eine gute Verknüpfung zwischen NMM- und Gestaltungsunterricht.

Auf den zweiten Rang setzte die Jury ebenfalls zwei Projekte, die je 300 Franken Preisgeld erhalten. In Gondiswil/Reisiswil hat die Realschulklasse aus einer ausgedienten Hochsprungmatte trendige Sitzhocker hergestellt. Recyclingprojekte sind im Gestaltungsunterricht zwar auch nichts Besonderes, hier wurde jedoch echtes Up-Cycling betrieben, dem Abfallprodukt wieder einen Wert gegeben. Die Jury hat zudem die Verbindung von Technischem- und Textilem Gestalten sowie das selbstständige Problemlösen der Schülerinnen und Schüler überzeugt.

Den weiteren zweiten Platz belegt die 7. Klasse des Oberstufenzentrums Stockhorn in Konolfingen mit ihren selbst gestalteten Spiegelkästchen. Dabei wurde mit dreidimensionalen Objekten und zweidimensionalen Bildern gearbeitet. Die Jury liess sich ebenfalls vom adäquaten Einsatz moderner Gerätschaften wie dem Schneideplotter oder der Sandstrahlkabine begeistern.

PDF – Gestaltungspreis 2014-2015 alle Projekte